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Ein noch nicht ganz erwachsenes, chaotisches und kreatives Hippie-Mädchen schreibt hier alles auf, was ihr gerade durch den Kopf geht :)

Mittwoch, 4. Oktober 2017

The Modern Days #58



> Ich spürte, wie jemand meine Decke von mir zog und runzelte die Stirn.
„Alice, wach auf“, hörte ich eine tiefe Stimme flüstern.
Ich murrte und schüttelte den Kopf.
Ich vernahm ein Lachen.
„Alice, du weißt, dass Boss dich innerhalb von wenigen Sekunden hier rausziehen lässt, wenn du nicht spätestens in zehn Minuten mit mir da draußen stehst!“
Völlig desorientiert öffnete ich die Augen.
Alex saß vor der Matratze und lächelte mich an.
Alex, in seiner schwarzen Jeans und dem weißen Shirt.
Alex, mit seinem bezaubernden Lächeln und den irre blauen Augen.
„Wie geht's dir?“, fragte er liebevoll, ich streckte mich und strich mir ein paar Locken hinter die Ohren.
„Dank dir konnte ich wieder schlafen.“
Ich gähnte.
„Und genau deswegen will ich auch definitiv nicht aufstehen!“, meinte ich, zog die Decke zurück und vergrub mich unter ihr.
Daraufhin hörte ich ein Lachen.
Alex zog mit voller Kraft an der Decke und warf sie an die gegenüberliegende Wand.
Dann kletterte er zu mir auf die Matratze und kniete sich über mich.
„Alice. Schlafen ist nicht!“, meinte er und grinste mich an.
Ich lachte außer Atem.
In der Tat. Mit diesem Mann über mir ist schlafen echt nicht angesagt.
Sein Shirt spannte sich über seinen Muskeln, durch den feinen Stoff konnte man die schwarzen Schatten seiner Tattoos durchscheinen sehen. Das erste Mal, das er weiß trug.
Mit meiner rechten Hand berührte ich die Stelle über seinem Herzen.
Alex' Grinsen verblasste allmählich, er sah mir einzig und allein tief in die Augen.
Er legte eine Hand an meine Wange und lächelte kurz.
„Ich bin froh, dass es dir gut geht, Alice!“, flüsterte er, ich nickte langsam.
Dann legte ich meine Hand über seine, spürte seine raue Haut unter meinen Fingerkuppen und die Wölbungen seiner Knöchel an meiner Handfläche.
„Es liegt an dir. Dank dir geht es mir gut“, sprach ich langsam und leise.
Unter meiner linken Hand spürte ich seinen Herzschlag pulsieren. Sein Herz schlug genauso schnell und stark wie meines.
Ich hatte das Gefühl, um uns herum war nur weite Stille, doch das Klopfen unserer Herzen verband uns.
Alex beugte sich zu mir herunter und legte seine Stirn gegen meine.
„Du bist auch der einzige Grund, warum es mir gut geht“, murmelte er.
Ich lächelte.
„Das ist schön...“, erwiderte ich, Alex nickte und lächelte ebenfalls.
Auf einmal hörte ich, wie sich jemand räusperte.
Ich verfluchte diese Person jetzt schon. Welcher Idiot stört uns jetzt?
Alex schloss für einen winzigen Augenblick seine wunderschönen Augen und seufzte.
„Das wird wiederholt...“, murmelte er und setzte sich auf.
Ich bekam eine sofortige Gänsehaut.
Erst sahen wir beide uns kurz sehnsüchtig an, dann drehten wir unsere Köpfe in Richtung Tür.
„Die Hochzeitsnacht ist vorbei, ihr ekelhaften Turteltäubchen. Braucht ihr noch eine Extraeinladung oder kommt ihr endlich von dieser Matratze runter?“
David stand in der Tür und warf uns amüsierte Blicke zu.
Alexander sah ihn ebenso amüsiert an.
„Gib uns zwei Minuten. Anziehen und Zähneputzen wird wohl noch erlaubt sein, oder?“
David schnaubte und nickte daraufhin.
„Zwei. Und keine Minute länger.“
Er verließ das Zimmer und ich hörte mich selber erleichtert aufatmen.
Alex kletterte von mir herunter und stand auf.
Dann reichte er mir seine Hände und half mir auf. Ich hielt seine Hand ein paar Sekunden zu lange fest, doch es war ihm offensichtlich nicht unangenehm.
Nebeneinander gingen wir ins Bad, putzten schweigend unsere Zähne und redeten generell kein Sterbenswörtchen mehr. Alex verließ respektvoll das Bad, als ich mir frische Sachen anzog und wieder ins Zimmer ging.
Er nahm meine Hand, als wir zum Aufenthaltsraum liefen, ließ sie vorne jedoch los.
Ich zitterte kurz.
Die ganze Mannschaft war versammelt, Daenerys mal wieder nur in Unterwäsche, David, der sie anstarrte, Boss in seinem schwarz gepunkteten Anzug, der wieder so ekelhaft grinste.
„Willkommen willkommen“
Er räusperte sich.
„Okay, verteilen wir die Aufgaben für diesen Tag. Alex und Alice, Beachclub, David, du fährst Dany zur alten Klapse… Warum habt ihr eigentlich alle dieselben Anfangsbuchstaben? Das nervt, ehrlich! Daenerys, wie wäre es, wenn du dich ab sofort... ähm... Sansa nennst? Oder Cersei? Sind doch auch alles Namen aus dieser kosmischen Serie...“
Daenerys sah Boss mit einem ihrer Todesblicke an und zeigte ihm den Mittelfinger, danach stolzierte sie davon.
Boss verteilte weiterhin die Aufgaben, doch ich hörte gar nicht mehr zu.
Alex hatte meine Hand genommen und seine Finger mit meinen verkreuzt.
Meine Gedanken schweiften augenblicklich ab.
„Lass uns gehen und das alles hier hinter uns bringen...“, meinte er und lächelte.
Ich nickte.
„Wo... ähm... ist denn der Beachclub?“
Alex überlegte kurz.
„Ungefähr in der Nähe des Nightmare. Am Ende der Straße, ein kleiner Club mit Stadtstrand am Fluss. Extrem hässlich aber die Stammkunden da haben Frieden und können in aller Ruhe unser Zeug kaufen!“
Ich zog Alex ein wenig weiter weg von der Masse und sah ihn kritisch an.
„Kannst du... kannst du bitte nicht unser Zeug sagen? Ich will nicht, dass du dich mit diesen Freaks hier identifizierst... also, ich bitte dich darum“
Alex nickte, zog mich an sich und lächelte.
„Okay. Werd ich fortan nicht mehr“
Ich atmete erleichtert auf.
„Danke“, murmelte ich, Alex schüttelte den Kopf.
„Ich danke dir. Immerhin bist du die beste und absolut süßeste Ablenkung von dem ganzen Kram“, murmelte er, nahm sich eine meiner Haarsträhnen und zwirbelte sie zwischen seinen Fingern.
Dann sah er an mir herunter.
„Hey, du hast ja meinen Pulli an!“, stellte er fest, ich errötete.
„Das ist… also letzte Woche als ich bei dir gepennt habe und den ausgeliehen hatte… ich hab den einfach in meine Tasche gepackt, als ich von Ben gegangen bin… ich wollte ihn dir ja wieder geben, es ist nicht so, dass…“
Alex unterbrach mich.
„Behalt ihn, es sieht echt sexy aus, wenn du meine Sachen trägst!“
Mein Herzschlag beschleunigte sich schon wieder.
„Alex...“, flüsterte ich und biss mir danach unsicher auf die Unterlippe.
Er lächelte.
„Wie wäre es, wenn wir ab sofort gar nicht mehr reden?“, murmelte er und beugte sich zu mir. <

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