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Ein noch nicht ganz erwachsenes, chaotisches und kreatives Hippie-Mädchen schreibt hier alles auf, was ihr gerade durch den Kopf geht :)

Sonntag, 24. September 2017

The Modern Days #57



> Ich wusste nicht mehr recht, was ich sagen sollte. Aber ich konnte Alex davon überzeugen, wieder mit nach drinnen zu kommen, wo es eindeutig wärmer war.
Ich versuchte, einigermaßen meine Fassung wieder zu erlangen und begann zu erklären: „Also Alex. Wir geben jetzt verdammt noch mal nicht auf! Ich erzähl dir was wir machen. Den Tag heute kriegen wir noch rum. Morgen wird uns Boss zu einem Deal schicken. Wir brauchen Drogen und damit kriegen wir Zugang zum Lager. Wir werden sämtliche Ecken nach diesem Zeugs durchsuchen, was meine Schwester…“ ich musste schlucken, „was meine Schwester wohl getötet hat.“
Alex starrte auf den Boden.
Ich fuhr fort.
„Wenn wir das erstmal haben, dann müssen wir es nur noch untersuchen lassen und dann können wir endlich von hier verschwinden! Den Scheiß hinter uns lassen!“
Atmete er überhaupt noch? Ich konnte es nicht sagen.
Es vergingen ein paar Minuten, bis Alex sich schließlich aufsetzte und mit verschleiertem Blick ansah.
„Du hast recht.“
Ich sah ihn mit gerunzelter Stirn an.
„Womit?“
Er seufzte.
„Damit, dass wir jetzt nicht aufgeben können. Ich, wir, wir müssen Amelia rächen. Boss soll büßen für das was er getan hat.“
Ich nickte und bemerkte, wie mein Innerstes langsam wieder warm wurde.
„Da gibt es nur noch ein Problem: Wir können nicht einfach so zur Polizei, ohne genau zu wissen, was in diesem Zeugs überhaupt drin ist. Aber wie bitte sollen wir das herauskriegen? Für mich sieht das alles aus wie Backpulver!“
Daraufhin stand Alex ruckartig auf, er wirbelte sogar Staub auf.
„Camille.“
Ich sah ihn stirnrunzelnd an.
„Camille?“, fragte ich nach, Alex nickte ganz euphorisch.
„Ja verdammt, Camille! Meine Schwester! Warum habe ich daran nicht schon vorher gedacht! Sie hat doch ihre Firma gegründet: Camic. Sie haben ein Partnerunternehmen hier in Deutschland, ich kenne sogar einen ihrer Kollegen dort. Wir müssen uns das Zeugs besorgen, und sie untersuchen das für uns!“, erklärte er ganz sachlich, wobei er deutlich aufgeregt war.
Ich nickte langsam.
„Okay, das könnte tatsächlich funktionieren. So wie ich das im Gemurmel hier mitgekriegt habe, plant Boss morgen den nächsten großen Deal. Das ist unsere Chance! Packen wir das?“
Alex sah mir tief in die Augen, dann nickte er zuversichtlich.
„Ja. Wir müssen!“
Der Tag war so gut wie gelaufen, nachdem wir uns einigermaßen beruhigt hatten und unseren Plan ausgetüftelt hatten.
Tanja hatte eine riesen Portion Käsespätzle gemacht, zu denen wir natürlich nicht nein sagten. Das war perfektes Wohlfühlessen!
Beim Essen ließen wir uns nichts anmerken, was sich aber als recht leicht herausstellte, da David sowieso die ganze Aufmerksamkeit auf sich zog.
Er erzählte, dass er sich gestern Zwillinge aufgerissen hatte, sich die Schwestern aber am Ende nicht entscheiden konnte, wer ihn haben durfte.
Also hatte er zuerst mit der einen, dann mit der anderen geknutscht!
Die Mädels mussten hacke dicht gewesen sein, wenn sie es schon so weit kommen ließen.
Die Käsespätzle machten mich total fertig, Alex und ich gingen schon wieder ziemlich früh ins Bett.
Er telefonierte noch mit Nic, während ich mit Ben schrieb.
Er erzählte mir, dass sein Club momentan wirklich bombastisch lief und er sich freuen würde, wenn ich mit Alex bald mal wieder vorbeischaute.
Ich konnte nur traurig lächeln. Das würde ich sehr gerne machen!
Ben meinte, er hätte noch Unterricht vorzubereiten, deshalb war unser „Gespräch“ recht schnell wieder vorbei.
Alex kam aus dem Badezimmer.
„Ich soll dich von Nic grüßen. Seine blauen Flecken werden allmählich weniger!“, meinte er und setzte sich neben mich aufs Bett.
Ich lächelte.
„Das freut mich!“
Alex gähnte.
„Bist du auch so müde wie ich?“, murmelte er und zog sein Shirt aus.
Es war mir ein Rätsel, warum dieser Typ nicht fror. Aber da ich den Anblick genoß, stellte ich keine Fragen.
Stattdessen nickte ich.
„Und wie. Ein gefühltes Kilo von Tanjas Käsespätzle intus kombiniert mit der nicht sehr langen gestrigen Nacht – ich brauche Schlaf!“
Alex stimmte mir zu, krabbelte über mich, schlüpfte unter die Decke. Ich tat es ihm gleich.
„Gute Nacht Baby!“, murmelte er, ich grinste in mich hinein.
„Gute Nacht.“
Ich schlummerte dahin und versank in tiefe Träume.
Urplötzlich hatte ich das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Meine Brust fühlte sich wie zugeschnürt an, ich schrak hoch. Es muss mitten in der Nacht sein, Mondlicht erhellte das Zimmer.
Panik kroch in mir hoch und ich atmete wie wild, hyperventilierte.
Ich warf die Decke von mir und drückte meine Hände auf mein Herz. Es pochte wie wild.
Warum passierte das nur? 
Luft! Ich brauche Luft!
Auf einmal spürte ich zwei Hände, die sich um meinen Bauch legten und mich an einen bekannten Körper drückten.
„Alice, ganz ruhig. Ich bin hier, es ist alles okay!“
Wärme umgab mich und ich schloss für einen kurzen Moment die Augen, um in mich zu gehen.
Mein Herzschlag normalisierte sich allmählich, ich bekam wieder Luft.
Ich legte meine Hände auf Alexanders Arme, fuhr über seine Tattoos und atmete tief durch.
„Schon wieder der Traum?“, fragte Alex, ich nickte.
Dann drehte ich mich um und rieb mir über die Augen.
„Tut mir leid, dass ich dich geweckt habe…“, meinte ich und seufzte.
„...mal wieder“
Alex schüttelte nur den Kopf.
„Nicht schlimm. Und jetzt versuch, wieder zu schlafen, okay? Wir müssen das morgen durchziehen.“
Ich nickte und ließ mich wieder in die Laken sinken.
Alex legte sich auch wieder hin und zog die Decke über uns.
„Alles okay?“, flüsterte er, ich atmete noch mal tief durch.
Dann nahm ich Alex' Arm, legte ihn um meine Taille und verkreuzte seine Finger mit meinen.
„Ja, alles okay“
Ich schloss die Augen. Doch einschlafen konnte ich beim besten Willen nicht.
„Alex?“, flüsterte ich nach einer Weile.
Ich spürte, wie er über meinen Handrücken strich.                    
„Hm?“
Ich schloss wieder meine Augen.
„Danke. Danke, dass du das mit mir durchstehst!“ <

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