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Ein noch nicht ganz erwachsenes, chaotisches und kreatives Hippie-Mädchen schreibt hier alles auf, was ihr gerade durch den Kopf geht :)

Donnerstag, 2. Oktober 2014

The modern days #4


> Die Busfahrt heute Morgen zur Schule war eine einzige Qual.
Ich war schon eine Stunde früher aufgestanden, um noch vor der ersten Stunde mit Alexander zu reden.
Keine Ahnung, ob er überhaupt noch mal zur Schule kommen wird, nach dem, was passiert ist.
Er scheint regelrecht gestört zu sein!
Draußen regnete es wie aus Kübeln.
Ich stieg an der nächsten Haltestelle aus – gänzlich ohne Schirm oder Regenjacke. Mein Magen rebellierte, als ich aufstand.
Ich hatte nichts gefrühstückt und in Kombination mit der zunehmenden Aufregung gefiel das meinem Körper ganz und gar nicht.
Mit schnellen Schritten erreichte ich die Schule genau in dem Moment, als es zur ersten Stunde klingelte. Meine Haare waren klatschnass und mein Pullover triefte, als ich mich durch den Haupteingang drängelte.
Normalerweise hatte ich freitags erst zur zweiten, weshalb ich mich generell nicht sehr beeilte.
Doch nun wollte ich Alexander noch abpassen.
Ich pellte mich aus dem feuchten Pullover und strich das Top darunter glatt.
Es wurde genau das Gegenteil von wärmer, aber wenigstens verteilte ich keine Pfützen mehr hinter mir.
Fröstelnd rubbelte ich mir über die Arme und setzte meinen Weg fort.
Im untersten Geschoss, in dem alle fünften und sechsten Klassen untergebracht waren, erkannte ich seine Statur schon beim ersten Suchen aus der Masse herausstechen.
Er trug dasselbe, dunkle Shirt wie gestern. Die Ärmel waren genau wie zuvor hochgekrempelt, sodass ich seine Tattoos erkennen konnte.
Die jungen Schüler stürmten in ihre Klassenzimmer.
Ich schlich mit ausreichend Sicherheitsabstand hinter Alexander her, folgte ihm ins nächste Stockwerk und wartete, bis wir alleine waren.
Meine Haare klebten immer noch feucht an meiner Wange, meine Locken standen nun vermutlich in alle Richtungen ab.
Alexander wollte gerade in den Aufenthaltsraum verschwinden, als ich meinen ganzen Mut zusammen nahm und zielstrebig auf ihn zu ging.
Jetzt gab es kein zurück mehr!
Ich zog an seinem Ärmel, brachte ihn so zum anhalten und drückte ihn sanft, aber energisch gegen die Wand.
Er sah mich vollkommen verwirrt an, ich atmete tief durch.
„Du mieser Feigling hast mich gestern gefühlte tausendmal beschuldigt, tot zu sein. Erklär mir das, verdammt noch mal!“, raunte ich ihm zu und biss mir nervös auf die Unterlippe.
Verstohlen sah ich mich um, doch der Unterricht hatte schon angefangen und keine Menschenseele war mehr auf den Gängen.
Dann sah ich wieder zu Alexander, direkt in seine eisblauen Augen.
Ich versuchte dem Blick Stand zu halten, während er mich damit zu durchbohren versuchte.
„Lass mich in Ruhe, ich muss zum Unterricht!“, murmelte er. Seine Stimme hatte an Kraft verloren und auf einmal wirkte er wie ein vollkommen anderer Mensch, im Gegensatz zu gestern einfach nur müde.
„Fangen wir am besten gar nicht erst an, zu lügen. Du musst nicht zum Unterricht, du wolltest gerade in den Aufenthaltsraum. Also, die Wahrheit wäre mir deutlich lieber, okay?“
Ich atmete tief durch, Alexander grinste mich an.
Wahrhaftig, er grinste – doch es wirkte auf mich keineswegs beruhigend. Eher bedrohlich, wie so gut wie alles an ihm.
„Die Wahrheit? Du siehst aus, als hättest du in eine Steckdose gelangt! Und warum sind die Spitzen deiner Haare türkis? Türkis, ist das jetzt Mode?“
Ich schloss kurz die Augen.
Ich werde jetzt nicht schwach werden. Und ich werde auch nicht nachgeben.
Automatisch verstärkte ich den Druck gegen seine Brust.
„Verdammt, hör auf mich zu nerven. Ich will wissen, was in deinem Hirn vor sich geht. Du hast dich mir gegenüber gestern aufgeführt wie ein Psychopath. Wer bist du und was willst du?“
Alexanders hämisches Grinsen ließ nicht nach.
„Was willst du denn? Immerhin bist du gerade das gestörte Mädchen, das mich ohne jeglichen Grund gegen die Wand drückt. Falls du meine Nummer willst, hättest du einfach nur fragen können!“
Jetzt wurde ich wütend.
Einfach nur wütend.
„Hör zu. Du hast mich gestern angeschrien, ich solle tot sein. Was sollte das? Du hast über mein Gesicht gestrichen, wie ein kranker Stalker, und wieder gesagt, ich sollte längst tot sein. Und dann bist du einfach abgehauen.“
Erneut atmete ich tief durch.
„Es geht um Amelia, richtig? Du denkst, ich wäre sie! Was hattest du mit ihr zu tun? Was, zum Teufel, suchst du hier, an meiner Schule, in meinem Leben?“
Alexander starrte mich an.
„Amelia?“
Sein Grinsen verflog augenblicklich und ich sah, wie er schlucken musste.
Dann, langsam und sehr mechanisch nickte er. <

1 Kommentar:

  1. Schöne Geschichte, will wissen wie es weiter geht :D

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